Gutenbergstr. 5, 15806 Zossen

Stammtisch.Einladung.05.12.2015 3

Am 5. 12. 2015 trafen sich etwas 30 BürgerInnen von Zossen und Umgebung, um mit Herrn Swik    und Herrn Fiolleau vom DRK Teltow-Fläming, Herrn Polizeihauptkommissar Pultz von der Zossener Polizeiwache und Herrn Dr. Bautz von der Organisation FaZIT über Frage von Sicherheit und Gewalt rund um die Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) zu sprechen, die im Januar 2016 ihre Pforten für zunächst zwischen 500 und 1000 Flüchtlinge öffnen wird.

Herr Swik und Herr Fiolleau eröffneten das Gespräch. Sie erklärten den Anwesenden die Sicherheitsvorkehrungen, die Anforderungen an die MitarbeiterInnen in der EAE und die Regeln für Flüchtlinge und BesucherInnen innerhalb der Einrichtung sowie die Vorschriften der An- und Abmeldung. Herr Pultz sprach über seine Erfahrungen mit Flüchtlingen, Flüchtlingsunterkünften und rechtsextremen Angriffen auf Menschen und Gebäude. Seine Schlussfolgerung war eindeutig: die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit geht in allererster Linie von Anhängern rechtsextremen Gedankenguts aus. Dr. Bautz informierte über Untersuchungsergebnisse hinsichtlich gewalttätiger Aktivitäten von Flüchtlingen in ihren Unterkünften und außerhalb. Er verwies auf mangelnde Privatsphäre und mangelnde Beschäftigung als die beiden häufigsten Ursachen.

Die Fragen der TeilnehmerInnen betrafen die Fähigkeit der Polizei, für Sicherheit in der Stadt und für die Flüchtlinge zu sorgen, die Personalstärke der Zossener Wache und die Aussichten, weitere PolizistInnen einstellen zu können, Konflikte zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen in Berlin, die Gefahr, dass privater Wohnbesitz zugunsten der Unterbringung von Flüchtlingen enteignet werden könnte, die Möglichkeiten, Flüchtlinge bei Familien unterzubringen, Schätzungen von Flüchtlingszahlen für die kommenden Jahre, die militärischen, wirtschaftlichen und ökologischen Hintergründe für den schnell anschwellenden Flüchtlingsstrom und anderes mehr. Die Gäste beantworteten alle Fragen gemäß ihrer Zuständigkeiten kompetent und freundlich, soweit das ihnen möglich war.

Einige Fragen mussten unentschieden bleiben, da sie über die Zuständigkeitsbereiche der eingeladenen Gäste weit hinausgingen. Aber es ist geplant, sie in den kommenden Bürgerstammtischen wieder aufzugreifen. Für Januar und Februar sind Gespräche über die Kosten der Flüchtlingspolitik und die Erfahrungen mit Flüchtlingspolitik im Landkreis Teltow-Fläming geplant.


Die zweite Informationsveranstaltung des Ministeriums für Inneres und Kommunales zur geplanten Einrichtung einer Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylsuchende des Landes Brandenburg

Wann: am 26.11.2015 um 18:00 Uhr
Wo: Paul-Schumann-Sporthalle, Martin-Luther-Straße 3, 15806 Zossen OT Wünsdorf

Plakat LandinSicht

Brandenburg wird 2015 auch wieder viele Flüchtlinge aufnehmen. Mit ihrer Unterbringung sind viele Fragen verknüpft - Unterbringungsstandards, Gesundheitsversorgung, Deutschunterricht für Kinder aus Flüchtlingsfamilien, um nur einige zu nennen. Doch beim Thema Flüchtlinge und Asyl geht es vor allem um Menschen und nicht nur um Gesetze, Verordnungen und Standards. Mit dem Dokumentarfilm "Land in Sicht" von Judith Keil & Antje Kruska möchte die bündnisgrüne Landtagsfraktion exemplarisch Menschen vorstellen und den Brandenburger Zuschauern an diesem Filmabend am 15. September ab 19:00 Uhr im Zossener E-Werk (Am Nottehafen 4, 15806 Zossen) einen Perspektivwechsel ermöglichen. Nach dem Film werden unter anderem in Zossen im Flüchtlingsbereich Engagierte von ihrer Arbeit und den Möglichkeiten mitzuhelfen berichten. Moderiert wird der Abend von Heide Schinowsky. Der Eintritt ist frei.

Hintergrund zu „Land in Sicht“

Die Dokumentarfilmemacherinnen Judith Keil & Antje Kruska haben die Protagonisten ein Jahr lang begleitet. Herausgekommen ist ein Film, der sich durch die große Nähe zu den Hauptfiguren auszeichnet und der statt Betroffenheit die unfreiwillige Komik dieser Aufeinandertreffen in den Blick rückt. Julia Keil und Antje Kruska zeigen die zweifellos problembeladene Ausgangslage von Asylbewerbern, aber heben diese gleichzeitig auf eine allgemein menschliche Ebene, die deutlich macht, dass deren Sehnsüchte, Ängste, Macken, Gedanken und Hoffnungen durchaus mit unseren zu vergleichen sind.